Im Maien hebt die Schöpfung an zu blühen und zu singen.....

 

Es ist ein hoffnungsfrohes Marienlied, das wir im Mai singen. Das Licht ist zurück und die Schöpfung erwacht. Wir fühlen uns gut.

Wenn Katholiken aber zur Zeit auf die mögliche neue Bistumslandkarte schauen, dann scheint es oft  mit der Fröhlichkeit vorbei. Aber ist der Pessimismus wirklich begründet?

Seit Jahrzehnten wird, auch von Laien gefordert, Priester von der Verwaltung zu entlasten. In dem neuen Modell werden mit einem Schlag ca. 120 Priester von Verwaltungsarbeit entlastet. Die Zeit sollte der Seelsorge zu Gute kommen. Auch die verbleibenden 35 leitenden Pfarrer müssen nicht Vollzeitmanager sein. Sie können sich in den größeren Einheiten auf die Mitarbeit von hauptamtlichen Verwaltungsfachleuten stützen. Möglicherweise gelingt es auch dadurch, den Priesterberuf neu zu profilieren und attraktiv zu machen. Geistliche, die Zeit haben zum Gebet, zum Studium der Bibel und für die Seelsorge.

Auch die Sorge, in den neuen Einheiten würde die Nähe zu den Menschen aufhören, halte ich für unbegründet. Denn das hauptamtliche Personal wird doch nicht mit einem Schlag verschwinden.

Für mich sind die neuen Pfarreien so etwas wie das bisherige Dekanat, allerdings mit einer verbindlicheren Zusammenarbeit. Vielleicht sollten wir auch an die zivile Verbandsgemeinde denken. Mit der Verbandsgemeinde hat ja auch nicht die Existenz der Gemeinden und Orte aufgehört, sondern viele Aufgaben sind sinnvoll zusammengefasst worden. In einer größeren Einheit kann zum Beispiel ein Bürgerbüro den ganzen Tag geöffnet haben. Auch die Organisation von Urlaub und Vertretung wird leichter.

Außerdem ist es möglich, dass es unter dem Dach der kirchenrechtlichen Pfarrei als Verwaltungseinheit, Gemeindeleitung durch haupt- und/oder ehrenamtliche Laien gibt. In der Weltkirche wird das schon längst praktiziert. Ich habe in Trier vielen Weißen Schwestern unserer Lieben Frau von Afrika zu ihrem 50jährigen Ordensjubiläum gratuliert. Nicht wenige hatten jahrzehntelang Gemeinden geleitet.

Es kommt dann gerne der Einwand: Alles wird auf die Laien abgeladen. Mich führt das zu der Frage, kennen Sie eigentlich das wichtigste und zugleich überschaubarste Ehrenamt in der Kirche?

Es ist die Glaubensweitergabe in der Familie. Die Familie ist die Keimzelle und erste Kirche überhaupt. Wenn das in den neuen Einheiten wieder in den Mittelpunkt tritt, dann haben wir Aussichten auf blühende christliche Landschaften.

Hoffnungsfroh grüßt Sie

Ihr

Georg Goeres, Pfr.