Lasset die Kinder zu mir kommen 

 

Es fällt sicher vielen von Ihnen nicht schwer, zu diesem Wort Jesu das passende Weihnachtslied zu finden.

Tatsächlich ist die Advents- und Weihnachtszeit mit all ihren Wünschen, Träumen und Erlebnissen gerade für Kinder sehr emotional. Viele Erwachsene denken wehmütig an diese Zeit in ihrer Kindheit zurück, denn oft sind sie heute gefangen in der Arbeit, der Organisation oder dem Druck, ein schönes Fest vorzubereiten. Die Kinder haben es da leichter.

"Lasset die Kinder zu mir kommen, denn Menschen wie ihnen gehört das Himmelreich“, so sagt der Gottessohn, der selbst zuerst als Kind erschienen ist. Jesus stellt die Kinder den Erwachsenen als Vorbild vor Augen, weil sie noch das Urvertrauen haben, dass alles seine Ordnung hat und dass für sie gesorgt wird. Es ist das menschliche Abbild von Jesu grenzenlosem Vertrauen in die Sorge seines himmlischen Vaters.

Wenn Jesus ein Kind in die Mitte stellt, dann will er uns eine Orientierung geben. Tatsächlich halte ich die Kinder mit ihren Familien für den größten Schatz der Kirche. Wir dürfen uns ruhig in diesen unruhigen Zeiten an ihrem Vertrauen ein Beispiel nehmen. Ich bin deshalb überzeugt:

Die Kinder - besonders auch die Kommunionkinder - mit Gebet und Solidarität auf ihrem Glaubensweg zu begleiten, ist nicht nur für die Eltern, sondern auch für die Senioren und die ganze Gemeinde eine hervorragende Weise, sich auf Weihnachten vorzubereiten. Denn der Herr will immer wieder von neuem Mensch werden.

Es geschieht durch das Vertrauen auf Gott, in uns selbst.

 

In diesem Sinn wünsche ich allen im Namen aller Mitarbeiter

besinnliche Adventstage und gesegnete Weihnachten               

Ihr

    

Georg Goeres, Pfr.


"Ist es möglich?  Vom Wunder des kirchlichen Aufbruchs" 

 

So lautet ein Buchtitel von Christian Hennecke dem Leiter des Fachbereichs Missionarische Seelsorge im Bistum Hildesheim. Tatsächlich schaut Hennecke über den Tellerrand der deutschen Kirche und beschreibt wie in vielen Teilen der Welt Menschen ihre Zukunft gestalten. Ich finde das entspricht genau der Perspektive der drei Weisen aus dem Morgenland, an die wir durch die Sternsingeraktion erinnert werden. Die drei Weisen symbolisieren die drei damals bekannten Erdteile Europa, Asien und Afrika. Sie kommen und huldigen dem Menschensohn. Aber sie können weder eine fertige Bibel noch einen katholischen Katechismus mit nach Hause nehmen. Es genügt für den Anfang der Glaube, dass der, der die Macht hat Sterne zu lenken, auch die Macht hat Mensch zu werden. Sie sind offen für das Wirken Gottes in dieser Welt.

Hennecke ist überzeugt, dass es da Aufbrüche gibt, wo Menschen sich neu bewußt machen, was es bedeutet getauft zu sein. Es geht um die Erfahrung, dass Gott im Menschen und durch den Menschen in dieser Welt wirken will. Hennecke schreibt: "Es geht zunächst um die Taufe und das gemeinsame Priestertum aller Getauften - und alle Strukturen der Kirche und auch alle Strukturreformen in der Kirche dienen der Ermöglichung eines Lebens aus der Taufe, das sich bewusst als Kirchesein versteht." (Seite 86). Aufbrüche sind möglich, aber sie setzen eine Vision voraus, "eine Theologie, die mit Gottes Handeln in den Getauften rechnet, die das Wirken des Heiligen Geistes in der Welt und in den Christen glaubt und erkennt - und ihm vertraut." (Seite 108).

Wir gehen nun in ein neues Jahr und für unser Bistum zeichnen sich Veränderungen ab.

Ich glaube, wenn wir uns neu darauf besinnen, was es bedeutet getauft zu sein, dann können wir gut damit umgehen.

In diesem Sinn wünsche ich allen, auch im Namen aller Mitarbeiter, ein frohes und gesegnetes Jahr 2018.     

          

Ihr Georg Goeres, Pfr.