Zwischen Mystik und Management

 

So lautet die Überschrift für drei ganztägige Fortbildungsveranstaltungen in den drei Regionen für alle Seelsorger. Die erste Veranstaltung war am 23.10. im Robert Schumann Haus in Trier mit rund 170 Mitarbeitern. Die Tagung stand natürlich auch im Schatten der Veröffentlichung des zweiten Entwurfs der Raumgliederung des Bistums.

Ich fand, gerade der erste Teil des Vortrags von Professor Thomas Schmitt bot dazu eine wichtige Ergänzung. Wenn ich es mit meinen eigenen Worten zusammenfasse, dann geht es eben nicht nur um die Zeichnung von neuen Landkarten, sondern vielmehr um die Frage: Wo mache ich geistliche Erfahrungen? Bedarf es vielleicht einer Umkehr der Herzen gemäß der Frage: Was ist mir wirklich heilig? In den neuen Räumen werden Leute gefragt sein, die, unbelastet von Verwaltungsarbeit, spirituelle Glaubenserfahrungen ermöglichen und in die Geheimnisse des Glaubens einführen.

Vor allen Dingen sollen sie Menschen befähigen, selbstständig ihren eigenen Glaubensweg weiter zu entwickeln. Zum Abschluss des ermutigenden Tages wurden natürlich auch unsere Probleme deutlich.

Wir haben zum Beispiel jahrzehntelang das Wort „Pfarrei“ für die Gemeinde benutzt, gemeint war jedoch der nahe Raum, in dem wir leben. Ursprünglich, und in Zukunft wieder, bezeichnet das Wort „Pfarrei“ nur eine rechtliche Verwaltungseinheit (wie ein Bistum), in der es viele unterschiedliche Gemeinden gibt. Das können dörfliche Strukturen rund um einen Kirchturm sein, aber auch ein kirchlicher Kindergarten, eine Kolpingsfamilie, ein Kirchenchor oder ein Familienkreis können als Gemeinde angesehen werden.

Ich bin überzeugt, wer die Nähe zu Jesus Christus sucht, dem geht auch die Nähe zu den Menschen nicht verloren.

Gehen wir in diesem Sinn auf das erste Adventslicht zu.

 

Ihr

                                       

Georg Goeres Pfr.